Kinderkleidermärkte

Kinderkleidermärkte sind mit die nützlichste Erfindung für Kinder und Babys, die es gibt. Da die lieben Kleinen ja alle paar Wochen / Monate aus ihren Klamotten raus gewachsen sind, kann man da Sachen kaufen, die meist relativ wenig gebraucht sind. Angeblich ist Second Hand sowieso gesünder, da dann die Schadstoffe aus der Kleidung raus gewaschen sind. Außerdem kann man sich schön mit anderen Müttern verabreden, zwischendurch einen Kaffee trinken, sich unterhalten und dabei stöbern.
Es gibt zwei verschiedene Arten Kinderkleidermärkte:
Variante 1: Jeder Verkäufer hat eigenen Stand
Jeder, der etwas verkaufen will, hat einen Stand auf dem die Ware präsentiert und auch gleich gekauft und bezahlt wird. Auf die Weise kann man sich mit dem Verkäufer unterhalten, Fragen stellen und besonders wichtig, noch über den Preis verhandeln. Manche Leute haben nämlich echt komische Vorstellungen von Preisen, die wollen für Bodys oder Mützen noch 2-3 Euro haben, wo es die bei Lidl oder Aldi im Angebot ja schon billiger gibt. „Aber das ist nur einmal getragen und hat neu 15 Euro gekostet“ ist eins der Lieblingsargumente. Interessiert mich aber nicht, ich bin auf dem Kinderkleidermarkt und nicht bei H&M und entsprechende Preise erwarte ich. Schließlich kann ich die Sachen in ein paar Wochen auch nicht mehr gebrauchen und muss neue kaufen, wenn Anja schon wieder gewachsen ist. Und groß genug ist die Auswahl meistens auch.
Für besondere Stücke gebe ich gerne auch mal ein bisschen mehr Geld aus, wie z. B. den tollen Kuschel-Schlafsack mit Tierkopf. Aber bei der Auswahl zwischen 08/15-Body für 50 Cent und 08/15-Body für 2 Euro, welchen werde ich da nehmen?
Variante 2: Kleidung wird vorher abgeben und nach Größen sortiert
Die zweite Variante ist die, dass Klamotten schon 1-2 Tage vorher abgegeben werden und es dann große Wühltische mit den entsprechenden Größen gibt. Schuhe, Spielsachen, Autositze und ähnliches haben wieder einen eigenen Bereich. Jedes Teil ist mit einer Nummer versehen, und beim Bezahlen an der Kasse bilden sich lange Schlangen, weil erst mal die Nummer und der Preis notiert werden müssen, damit hinterher jeder sein Geld bekommt. Vorteil dabei ist, dass man zielstrebig zu der Abteilung gehen und da schauen kann, die für einen relevant ist. Für Anja bedeutet das im Moment Größe 74 / 80, Schuhe, Regenjacke und evtl. Spielsachen oder Bücher (für später, Bücher kann man ja nie genug haben und da ich wählerisch bin muss ich beizeiten anfangen zu schauen um eine umfangreiche Nöstlinger und Erich Kästner Sammlung zu bekommen). Außerdem kann ich Anja, so lange sie noch nicht selber läuft und dementsprechend sauber ist, auch auf die Wühltische setzen, so dass sie mitwühlen kann. Das liebt sie. Sonst hat diese Markt-Variante wahrscheinlich nur den Vorteil für den Verkäufer, dass er nicht selber präsent sein, sondern nur Ware abgeben und hinterher alles nicht-verkaufte wieder abholen muss.
Fazit:
Manchmal kann man auf solchen Kleidermärkten echt Schnäppchen machen, wie z. B. den Autositz für die Großeltern von 1 Jahr bis 36 kg. Abgeholt und bezahlt haben ihn die Großeltern dann selber am nächsten Tag, weil ich auf so eine große Anschaffung nicht vorbereitet war und dementsprechend weder genug Geld noch Transportkapazitäten (sprich: Ben) dabei hatte (ging auch nur bei Variante 1, da ich das gleich mit dem Verkäufer selber abmachen konnte). Eine Freundin hat mir auch mal eine Regenhose von einem Kleidermarkt mitgebracht: „...Ich hab gedacht für 2 Euro kann man nicht viel falsch machen...“. Finde ich gut gedacht von ihr, ich habe mich sehr gefreut. Mit dem selben Argument habe ich mal einer Freundin eine Handmilchpumpe mitgebracht, damit sie die mal ausprobieren konnte.
Auch für Tragehilfen, Kinderwägen, Schlafsäcke und Spielsachen sind diese Kleidermärkte total toll, auch wenn man letztendlich oft sogar mehr Geld ausgibt als geplant, weil man halt doch noch etwas sieht was „sooo süß“ ist und ja „auch eigentlich nicht viel kostet“.
Foto: ©iStockphoto.com/ManuelVelasco
